
Nach der erfolgreichen Präsentation im Stadtmuseum Riesa wurde die Ausstellung „Flucht und Vertreibung - persönliche Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges“ am vorigen Donnerstag, 7. April 2011, in der Partnerstadt Glogau eröffnet.
Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Zeitzeugen aus Riesa und Glogau entstand, dokumentiert ein besonders dunkles Kapitel der deutschen und polnischen Geschichte. Junge Menschen befragten Betroffene der damaligen Zeit nach ihren Erinnerungen vom Ende des Zweiten Weltkrieges. Aus den Antworten der polnischen und deutschen Menschen, damals alle im jugendlichen Alter, entstand diese Ausstellung.
Auf Einladung der Stadt Glogau weilten Maritta Prätzel (Leiterin des Stadtmuseums), Herr Büttner (Vorstandsmitglied der Volksbank Riesa) und Manuela Langer (Stadtverwaltung) namens der Stadt Riesa als Gäste der Eröffnungsveranstaltung in unserer Partnerstadt. Die Vernissage wurde sehr emotional gestaltet und untermauerte die Besonderheit des gemeinsamen Projektes. Es entstand nicht nur eine einzigartige Präsentation, sondern die Menschen beider Städte rückten näher zusammen.
Katalog zur Ausstellung
Das gemeinsame Projekt von Jugendlichen aus Riesa und Glogow wird in einem 74 Seiten umfassenden Katalog zweisprachig dokumentiert. Die von Schülern recherchierten Schicksale von Polen und Deutschen vermitteln dem Leser ein eindrucksvolles Zeitbild über die durch den Zweiten Weltkrieg ausgelöste Katastrophe der Vertreibung und Zwangsdeportation von Millionen Menschen beider Völker. Auf den abschließenden Seiten sind in Zitaten die Motivation und die gewonnenen Einsichten der Jugendlichen wiedergegeben. Die Wohnungsgesellschaft Riesa hat die Veröffentlichung großzügig unterstützt.
Dem Archäologisch-Historischen Museum Glogow wurde die Dokumentation zur Ausstellungseröffnung am 7. April überreicht. Riesaer Schulen erhalten davon Klassensätze, um das Thema „Flucht und Vertreibung“ im Unterricht und in Schülerprojekten weiter bearbeiten zu können. Im Stadtmuseum Riesa ist der Katalogband ab sofort zum Preis von 8 Euro erhältlich.