
Mit vielen Erkenntnissen und Anregungen ist die Delegation der Stadt Riesa von der Konferenz der Partner- und Freundschaftsstädte aus Mannheim zurückgekehrt. In einer Runde mit Kommunen von mehreren Kontinenten und ganz unterschiedlicher Dimension wurden Aspekte moderner Verwaltungsarbeit und flexibler Vermarktung von Städten und Regionen beleuchtet.
„Natürlich war die Präsentation von Qingdao großartig“, so Sarah Lippert von der Riesaer Verwaltung. Der Gigant aus China (7,8 Mio. Einwohner) ließ keinen Zweifel daran, dass man viel vor hat, gerade in Europa. Doch auch das 230-mal kleinere Riesa wusste zu überzeugen. „Unsere Darstellung zur Umgestaltung der Stadt sorgte für große Aufmerksamkeit“, sagt Tino Roßberg vom Stadtmarketing.
Im Workshop „City Branding“ zeigte sich, dass sich manche Probleme doch sehr gleichen. „Eine Stadt unter eine Marke zu stellen wie ein Industrieprodukt ist offensichtlich für alle schwierig“, so Roßberg. Beispielsweise nennen sich alle in Mannheim vertretenen Kommunen in irgendeiner Form Sportstadt. Trifft ja irgendwie auch auf alle zu. Eine Onlinekonferenz unter Riesaer Leitung soll dazu in nächster Zeit als Plattform zur Debatte über Marken und Identität dienen.
Auf besonderes Interesse aller Beteiligten, darunter auch Riesas Stadträte Horst Hofmann und Helmut Jähnel, stieß das mit „Change Management“ bezeichnete Konzept einer Modernisierung der Verwaltung, bei der Mannheim eine Vorreiterrolle einnimmt. Grundprinzipien sollen unter anderen eine bessere Kommunikation in der Verwaltung selbst, hohe Flexibilität in allen Servicebereichen für Bürger und Unternehmen sowie eine Anpassung der Personalstruktur sein, wobei es nicht um Abbau, sondern um effektiveren Einsatz der Mitarbeiter geht. Eine extra geschaffene Abteilung managt diesen Umgestaltungsprozess. Natürlich kann Mannheim mit 7.000 städtischen Angestellten anders agieren als Riesa mit etwa 200. „Aber den Grundgedanken, Prinzipien des Unternehmensmanagements auch in der öffentlichen Verwaltung umzusetzen, fanden alle zukunftsfähig“, so Tino Roßberg. Beispielsweise seien das walisische Swansea und das türkische Beyoglu bei der Nutzung moderner Kommunikationsformen für Verwaltungsvorgänge und Bürgeranfragen schon sehr weit. Nicht alles sei für Riesa praktikabel, „aber die Herangehensweise hat uns begeistert“, so das Resümee.
Wie kreativ man in den Städten ist, soll ein gemeinsames Kurzfilmfest zeigen, über das bereits konkret gesprochen wurde. „Dafür möchten wir gern den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal ins Boot holen“, sieht Riesas Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer weitere Möglichkeiten für konstruktive internationale Kontakte.