
Die Stadtbahn „Stahlmax“ hat vor wenigen Wochen ihren 10. Geburtstag gefeiert. Seit Januar 2002 rollt das blauweiße Fahrzeug wochentags im Halbstundentakt durch die Innenstadt, verbindet den Rathausplatz über die Haupt- und Bahnhofstraße mit dem Riesenhügel und dem Hotel „mercure“. Dazu kommen Sonder- und Ausflugsfahrten an Wochenenden und Feiertagen, wird „Maxe“ für Feiergesellschaften, Firmenveranstaltungen und Klassentreffen gebucht.
„Mit den Sonderfahrten nehmen wir auch genug Geld ein, aber der Linienverkehr ist mit dem jetzigen Etat nicht mehr zu stemmen“, sagt Matthias Mückel, der beim „Stadtbahn Riesa e.V.“ als zweiter Vorsitzender fungiert. Der Verein betreibt den „Stahlmax“ von Anfang an und sieht jetzt dunkle Wolken für die Bahn aufziehen. Um den Fahrbetrieb rechtlich sauber abzuwickeln, braucht die Stadtbahn eine Lizenz der Verkehrsgesellschaft Meißen. Der Träger des öffentlichen Nahverkehrs, der auch mit öffentlichen Geldern wirtschaftet, kann sich ein dauerhaftes Defizit der Bahn nicht leisten. Neben den Personalkosten stehen regelmäßige Wartungen und Reparaturen an, die der Verein finanzieren muss.
Die Einführung eines Fahrpreises von 50 Cent für Erwachsene im vorigen Herbst brachte zwar einige Einnahmen, die jedoch direkt an die VGM fließen. „Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der VGM, die Kostensteigerungen sind auch plausibel, denn auch deren Personal- und Betriebsaufwand wird ja höher. Aber dreißig Prozent mehr müssen irgendwie erwirtschaftet sein. Folglich brauchen wir deutlich mehr als die derzeit etwa 100 Vereinsmitglieder“, sieht Matthias Mückel nur eine denkbare Lösung. Von anderer Seite wird die Bahn nicht subventioniert, auch nicht von der Stadt Riesa, obwohl das mitunter vermutet wird.
Jetzt startet der Stadtbahnverein eine massive Werbekampagne. „Viele Leute sagen mir, dass die Bahn ein tolles Markenzeichen unserer Stadt ist. Das wollen wir unbedingt erhalten.“ Die private Mitgliedschaft im Stadtbahnverein kostet nur drei Euro im Monat (Unternehmen zahlen 25 Euro) und erlaubt die kostenlose Mitfahrt. „Mit sechs Fahrten im Monat hat man das Geld also wieder rein. Aber es geht ja vor allem um das Bekenntnis der Riesaer zu ihrer Bahn“, erhofft sich Mückel viel Zuspruch. „Ich kenne viele Eltern, deren Kinder begeistert mit der Stadtbahn fahren, aber auch viele Ältere nutzen sie, vor allem an den Markttagen. Deshalb wäre es toll, wenn diejenigen sich als Vereinsmitglieder auch zu ,ihrer' Bahn bekennen“, appelliert der Vereinsvorstand an alle Bahnfans.
Und Matthias Mückel macht noch mal richtig Lust auf das Erlebnis Stadtbahn: „Im Sommer mit den offenen Fenstern ist es wie im Cabrio. Sie gehört zum Stadtbild dazu und ist ein positiver Imageträger. Das möchten wir gern mit Hilfe vieler Riesaer gemeinsam erhalten.“
Mitgliedsanträge für den Stadtbahnverein sind beim Verein in der RIESA-Information, Hauptstraße 61, erhältlich. Der Stadtbahn Riesa e.V. wird sich auch zur Riesaer Automeile am 5. Mai mit einem Stand präsentieren. Dort gibt es Souvenirs und alle nur denkbaren Informationen.