
Eine Ausstellung mit 36 Werken des in Villerupt geborenen Künstlers Guerino Angeli wird seit Freitag im Stadtmuseum Riesa gezeigt. Zur Vernissage weilten auch Bernard Reiss und Tsamine Baba-Ahmed, Gemeinderäte der Riesaer Partnerstadt Villerupt, unter den Gästen.
„Man möchte wissen, was im Brief des Mädchens steht, man fühlt die samtene Schale der Pfirsiche und will das Buch umblättern, in dem die Dame liest.“ So umschrieb Maritta Prätzel, die Leiterin des Stadtmuseums, ihre Eindrücke von der Kunst des Guerino Angeli. Landschaftsbilder, Stilleben, Frauenakte, bei all den unterschiedlichen Motiven sind den Werken Farbenfreude und Detailreichtum eigen. „Angeli zeigt Menschen in ihrem vertrauten Alltag, er hatte ein gutes Gespür für Stimmungen, die er mit feinen Pinselstrichen erzeugt“, so Maritta Prätzel.
Man fühlt sich zwischen barocke Niederländer und französische Impressionisten versetzt, wenn man Angelis Bilder betrachtet. Der 1926 in Villerupt geborene Sohn italienischer Einwanderer arbeitete über viele Jahre in den Bergwerken seiner Heimat, bevor er sich mit der Kunst selbstständig machen konnte. Obwohl er später in Lyon und auf dem Pariser Montmartre lebte, fühlte er sich Villerupt stets verbunden. Vor einigen Jahren schenkte er der Stadt 47 Gemälde, von denen nun ein Großteil in Riesa zu sehen ist. Angeli verstarb im vorigen Jahr.
Maritta Prätzel vergaß auch nicht, den Riesaer Konzertchor als „Urheber“ der Ausstellung zu erwähnen. Die Sängerinnen und Sänger weilten vor einiger Zeit in der Partnerstadt in Nordfrankreich, sahen Angelis Gemälde und regten an, eine Auswahl in Riesa zu zeigen. Nicht nur anlässlich der Eröffnung, sondern auch zum allgemeinen Informationsaustausch waren die beiden Herren des Villerupter Gemeinderats nach Riesa gekommen. Sie hatten im Städtischen Gymnasium die Partnerschaft mit einer Schule in Villerupt vorangebracht, sich zudem über Wirtschaft und Tourismus in Riesa informiert. Bernard Reiss: „Ich danke den vielen Menschen in Riesa, die diese schöne Ausstellung als Zeichen unserer Freundschaft möglich gemacht haben.“
Das sah auch Riesas Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer so: „Partnerschaft lebt nicht durch Dokumente, sondern durch Menschen, die sich mit gleichen Interessen zusammenfinden“, sagte sie. Der deutlich in Schwung gekommene Austausch zwischen Schülern, aber auch stark kulturell interessierten Bürgern beider Städte sei dafür das beste Beispiel.