
Der Museumsverein Riesa hat einen thematischen Stadtplan zur Geschichte der Demokratieentwicklung in Riesa erstellt. Das Kartenwerk mit dem Titel „Gegen Diktatur und politische Gewalt – Riesaer Persönlichkeiten und Ereignisse von 1848 – 1989“ verzeichnet 13 besondere Orte der Stadt, an denen sich politische Ereignisse vollzogen oder die an Persönlichkeiten erinnern, die politisch aktiv waren und dabei in verschiedenen Gesellschaftssystemen diskriminiert, drangsaliert oder gar umgebracht wurden.
Der geschichtliche Zeitraum erstreckt sich von der bürgerlich-demokratischen Revolution in Deutschland bis zur politischen Wende in der DDR. Großen Raum nehmen die nationalsozialistische Diktatur und der Stalinismus ein. An Opfer der NS-Zeit wie Oswald Bleier, Friedrich Turra und Pfarrer Rudolf Stempel wird ebenso erinnert wie an die von den Sowjets erschossene Dorle Röleke oder an Rudolf Weidling, politischer Häftling in der DDR.
Durch Biografien und die Beschreibung von Ereignissen an authentischen Schauplätzen wie dem Volkshaus, dem Bereich der Elbbrücke und der Klosterkirche können sich die Riesaer aber auch die Besucher der Stadt die Thematik bei einem Stadtrundgang selbst erschließen. Die Karte und die ausführlichen Informationen auf der Rückseite bieten einen repräsentativen Einblick in ausgewählte Zeitabschnitte, werden aber nicht vollständig historisch bewertet.
Das Projekt des Stadtplans wurde vom Lokalen Aktionsplan Riesa-Großenhain unterstützt. Die Riesaer Schulen werden Klassensätze der Stadtkarte und Begleitmaterial für die Projektarbeit erhalten. Für alle Interessenten ist der Stadtplan zu 2.50 Euro in der RIESA Information und im Stadtmuseum erhältlich.