Sonne genießen – gesund bleiben: Mit dem richtigen UV-Schutz
UV-Strahlen schaden der Haut - das weiß fast jeder. Und doch gilt oft nur ein Urlaub als erholsam, aus dem man braungebrannt wiederkommt. Das Schönheitsideal hat sich in den letzten Jahren gewandelt - galt vor einigen Jahrzehnten noch Blässe als vornehm, ist sie mittlerweile der „knackigen Bräune“ gewichen. Heute gelten Menschen mit gebräunter Haut als attraktiv, sportlich und aktiv. „Gebräunte Haut scheint so wichtig zu sein, dass ein erhöhtes Hautkrebsrisiko in Kauf genommen wird. Dabei ist der richtige UV-Schutz kinderleicht zu bewerkstelligen“, sagt Dr. med. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER GEK.
Gesunde Bräune gibt es nicht Auch bei teilweise bewölktem Himmel kann die UV-Strahlung genau so stark sein wie an wolkenlosen Tagen. Gerade im Frühjahr unterschätzen viele die Stärke der Sonne: Obwohl es noch kühl ist, entspricht der Sonnenstand Ende April bereits dem von Mitte August. Die Sonne strahlt also an Frühlingstagen bereits genauso stark wie im Hochsommer. „Die Sonne ist wichtig für unser Wohlbefinden. Aber man sollte auf seine Haut achten, denn eine ‚gesunde Bräune’ gibt es nicht“, so Petzold. „Wird die Haut braun, ist das ein Zeichen für Gefahrenabwehr: Durch die erhöhte UV-Belastung produziert die Haut verstärkt den Farbstoff Melanin, ein dunkles Pigment. Dieses wandelt die Strahlung in unschädliche Wärme um und verursacht gleichzeitig die braune Hautfärbung.“
Das persönliche UV-Konto Die Haut besitzt zu ihrem Schutz zwar einen Temperaturfühler, aber keinen Sensor für die ultraviolette Strahlung. Oft begeben sich Sonnenhungrige erst in den Schatten, wenn es ihnen zu warm wird. „In vielen Situationen bemerken wir aber gar nicht, dass unsere Haut verbrennt: Zum Beispiel an der See, wenn der Wind die Hautoberfläche kühlt oder auch auf einer Rad-tour, bei der der Fahrtwind als angenehm empfunden wird“, so Petzold. Sichtbar werden die Folgen erst nach einigen Stunden, wenn Hautrötungen oder ein Sonnenbrand auftreten. Petzold weist auf das ganz persönliche UV-„Konto“ hin, auf das jeder Mensch im Laufe seines Lebens Sonnenstunden „einzahlt“: „Die Haut vergisst nichts“, so Petzold. „Sie beginnt, in der zweiten Lebenshälfte Bilanz zu ziehen. Ist das UV-Konto durch zu viel natürliche oder künstliche UV-Einstrahlung zu voll, kann Hautkrebs entstehen.“
Persönliche Strahlengrenze Dabei ist es eigentlich ganz einfach, die Sonne zu genießen und trotzdem das Hautkrebsrisiko zu senken: „Wer im Alltag ein paar einfache Regeln befolgt, tut seiner Haut einen echten Gefallen“, erklärt Petzold. „Wichtig ist es, umsichtig und bewusst mit UV-Strahlen umzugehen, also beispielsweise einschätzen zu lernen, wann die persönliche Strahlengrenze erreicht ist.“
Expertentipps
Hier die Tipps der
Expertin:
Lernen Sie Ihre Haut kennen: Welcher Hauttyp sind Sie? (siehe Tabelle!)
Passen Sie die Tätigkeiten im Freien ein wenig an die Tageszeit an. Verlegen Sie die Gartenarbeit lieber in die Nachtmittagsstunden und meiden Sie die pralle Mittagssonne.
Leichte, aber lichtdichte Kleidung mit langen Ärmeln schützt vor intensiver Strahlung.
Unbedeckte Körperstellen mit UV-Schutzmitteln eincremen. Als sogenannte „Sonnenterassen“ des Körpers besonders an Nase, Unterlippe, Ohrmuscheln, Nacken, Schultern und Fußrücken denken.
Auch die Augen benötigen Schutz, am besten mit einer genügend großen Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz. Der Optiker kann hier weiterhelfen.
Die Kleinen haben eine besonders dünne Haut. Eine Kopfbedeckung wie eine Schirmkappe oder ein Sonnenhut mit Nackentuch sind hier ein „Muss“. Kleine Kinder gehören im ersten Jahr grundsätzlich nicht in die Sonne!
Grundsätzlich gilt: Auch im Schatten kann man das schöne Wetter genießen!