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17.08.2017 | .
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Medienkonsum

Digitale Medien für jede Lebenslage
Die digitalen Medien erleichtern Alltag und Beruf. Außerdem eröffnen sie viele Freizeitmöglichkeiten. Auch das Internet trägt seinen Teil dazu bei. Manches wäre ohne das World Wide Web gar nicht denkbar. Dazu zählen das Recherchieren unbegrenzter Informationen und Online-Spiele, die allein oder gemeinsam mit anderen ein beliebter Zeitvertreib sind. Auch die sozialen Medien eröffnen neue Horizonte. Man kann Menschen in aller Welt kennenlernen oder sich mit Freunden, Verwandten und Nachbarn vernetzen. Das alles sind faszinierende Möglichkeiten, die das Leben fraglos bereichern. Schwierig kann es allerdings werden, wenn die digitalen Möglichkeiten den Menschen nicht mehr nur unterstützen, sondern zu seinem Lebensinhalt werden.

Rückzug in eine virtuelle Welt
Für die exzessive, nicht mehr kontrollierbare Nutzung von Smartphone, Tablet und Co, hat sich umgangssprachlich der allgemeine Begriff „Online-Sucht“ eingebürgert. Menschen, denen es nicht leichtfällt, Kontakte zu anderen zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen, gelten dabei als besonders anfällig. Auch ein schwaches Selbstwertgefühl, soziale Isolation und Konflikte gelten als Risikofaktoren. Wer sich von der Welt nicht angenommen fühlt, sucht in der virtuellen Welt Alternativen, so kann man die weitverbreitete Einschätzung der Risikofaktoren zusammenfassen. Hinzu kommen biochemische Zusammenhänge: Wird beispielsweise während eines Videospiels im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert. Wird während eines Videospiels das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert, wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Der Spieler empfindet ein Glücksgefühl und widmet sich umso lieber dem digitalen Vergnügen. So wundert es nicht, dass 42 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren – das sind etwa 30 Millionen Menschen – regelmäßig Video- und Computerspiele spielen.

Risiken für Körper und Psyche
Die maßlose Nutzung von Smartphone, Tablet und Computer ist noch kein Anzeichen einer Medienabhängigkeit. Vielmehr können charakteristische Merkmale beschrieben werden: Internet und Co werden zum Lebensmittelpunkt und die reale Welt kommt ins Hintertreffen. Oft wird der Tag- und Nachtrhythmus gestört, Schlafmangel und Leistungsdefizite in anderen Bereichen sind die Folge. Das kann bis zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Soziale Beziehungen werden vernachlässigt. Die Isolation führt zu Einsamkeit und sogar zu Trennungen. Aber auch körperliche Folgen bleiben nicht aus: Wirbelsäulen- und Haltungsschäden, einseitige Ernährung und Übergewicht, allgemeine Erschöpfung und Einschränkungen der Sehfähigkeit zählen dazu.

Achtsam digital – aber wie?
Um dem pathologischen Mediengebrauch vorzubeugen, empfiehlt sich, die eigene Mediennutzung zu  reflektieren. Wie viel Zeit verbringe ich im privaten Bereich mit digitalen Medien? Das Erlernen alternativer  Verhaltensweisen, etwa die Wiederaufnahme vernachlässigter „analoger“ Aktivitäten, sowie die Förderung realer sozialer Kontakte spielen eine wichtige Rolle im gesunden Umgang mit der digitalen Welt. Bei  extensivem Gebrauch ist es sinnvoll, Mediennutzungszeiten mit sich selbst zu vereinbaren. Schafft man es nicht, diese einzuhalten und seinen Mediengebrauch selbst zu kontrollieren, so ist es ratsam,  therapeutische Unterstützung zu suchen. Ein wichtiger  Hinweis sind auch Rückmeldungen von Freunden, Bekannten und Partnern. Wenn Beziehungen unter exzessivem Mediengebrauch leiden, können ehrliche Rückmeldungen von diesen Bezugspersonen entscheidend sein, professionelle Hilfen aufzusuchen. Wer eine erste Selbsteinschätzung zur eigenen „Online-Sucht“ erhalten möchte, dem können Selbsttests wie der auf www.onlinesucht-ambulanz.de helfen. Im Zweifel sollte man aber immer das Gespräch mit dem (Haus-)Arzt/Ärztin, einer Psychologin/en oder einer Selbsthilfegruppe suchen.

Exkurs: Mit Maus und Tastatur zur Olympiade?
Wer Computerspiele wenigstens einmal ausprobiert hat, kennt deren Ansprüche an Reaktionsfähigkeit und Strategie. Und es ist keine Frage, dass der Wettbewerbsgedanke bei Sportsimulationen, z.B. virtueller Fußball, oder Echtzeit-Strategiespielen oft dazugehört. Doch reicht das aus, um diese Beschäftigungen zu sportlichen oder gar olympischen Disziplinen zu erheben? Hierzulande mag man skeptisch sein, doch in manchen Ländern gilt E-Sport schon als Sportart. Und angesichts neuer technischer Komponenten wie Bewegungssensoren oder Virtual Reality-Brillen werden das Koordinationsvermögen und die Motorik der Computerspieler tatsächlich immer wichtiger.

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