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25.02.2018 | .
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Gesundheitstipps. Aus Riesa. | photocase.com | © Dig Tator

Gute Vorsätze - Gassi gehen mit dem inneren Schweinehund

Spätestens in den ersten Januartagen sind die guten Vorsätze für das neue Jahr ein überall präsentes Gesprächsthema. In Deutschland möchte fast jeder Zweite mit freiwilligen Verpflichtungen ins neue Jahr starten: Fast vierzig Prozent nahmen sich für 2017 etwas vor. Die Hälfte von ihnen wollte künftig sportlicher sein, 46 Prozent ihr Gewicht reduzieren. Für den Vorsatz einer gesünderen Ernährung entschieden sich 41 Prozent und rund 30 Prozent für mehr Sparsamkeit oder mehr Familienzeit. Für etwa ein Fünftel der befragten Personen spielte Zeit mit Freunden oder der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol eine Rolle.

Der guten Nachricht, dass die meisten guten Vorsätze die Gesundheit betreffen, folgt die schlechte: Nur selten werden die Vorhaben langfristig umgesetzt.


Warum wohnt „Kann-nicht“ so häufig in der „Will-nicht-Straße“?
Was sind unsere „Umsetzungskiller“?

Wollen und Handeln sind häufig zwei verschiedene Dinge. Die meisten Menschen tun jeden Tag Dinge, von denen sie genau wissen, dass sie ihnen nicht gut tun oder vielleicht sogar schaden.

Aber müsste der Mensch als intelligentes Wesen nicht eigentlich dazu in der Lage sein, stets so zu handeln, wie er es möchte und seine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen? Leider nur eine schöne Theorie! Die Macht der Gewohnheit ist der größte Umsetzungskiller guter Vorsätze. Der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“, dessen tägliches Handeln weniger durch bewusste und nachvollziehbare Entscheidungen geprägt ist. Meist tun wir das, was wir immer tun. Und das was wir immer tun ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren: Kindheitserfahrungen, Gefühle, unser Stresslevel, Persönlichkeitseigenschaften oder auch der Einfluss der konkreten Situation, in der wir gerade stecken. Kurz gesagt ist unser Verhalten ein Ergebnis von vielen Lernerfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben.

Ein Beispiel, inwiefern Lernerfahrungen den möglichen Vorsatz einer gesünderen Ernährung behindern können: Ein Kind bekommt in Situationen in denen es weint oder Angst hat von den Eltern häufig eine Süßigkeit, beispielsweise ein Stück Schokolade als Trost nach einem Radsturz oder als Belohnung für eine überstandene Behandlung beim Arzt. Das Kind lernt: In Situationen mit unangenehmen Gefühlen esse ich Süßigkeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch im Erwachsenenalter beim Erleben negativer Gefühle (Angst, Stress,…), der Wunsch nach Süßigkeiten entsteht, ist hoch. Es wurde so erlernt.
Vielleicht erkennen auch Sie in Ihrem Verhalten immer wiederkehrende Muster. Sich selbst in dieser Hinsicht einmal zu hinterfragen, könnte eine große Hilfe bei der Umsetzung guter Vorsätze sein.


Die Macht der Gewohnheit überwinden

Das Gute am menschlichen Gehirn ist: Erlerntes kann immer, auch in hohem Alter, durch neue Lernerfahrungen ersetzt werden. Die Kehrseite der Medaille lautet: Gewohnte Verhaltensweisen zu verändern dauert ein wenig und kostet oft einige Anstrengung. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, neue Verhaltensweisen im Alltag zu „erlernen“, damit die Träume vom gesünderen Leben nicht wie Seifenblasen zerplatzen.

Nehmen Sie sich etwas Zeit und beantworten Sie (schriftlich!) folgende Fragen:
  • Was ist mein Ziel?
  • Bis wann möchte ich mein Ziel erreicht haben? Gibt es mögliche Zwischenziele, die ich terminieren kann? Je kleiner die Schritte, desto besser.
  • Was wird besser in meinem Leben, wenn ich mein Ziel erreicht habe? Welche Gefühle verbinde ich mit der Erreichung meines Ziels? Warum möchte ich dieses Ziel erreichen?
  • Auf welche Hindernisse könnte ich stoßen? Versuchen Sie sich an dieser Stelle ganz konkret auszumalen, wie die Situationen aussehen, in denen Sie „schwach“ werden. Der innere Schweinehund wird Ihnen viele Steine in den Weg legen und viele Argumente finden, warum Sie die guten Vorsätze über Bord werfen sollten. Sie sollten ihn also gut kennen lernen um ihn rasch zu enttarnen!
  • Überlegen und formulieren Sie im nächsten Schritt ganz konkrete Handlungsschritte, die Ihnen helfen können, sich auch in schwierigeren Situationen so zu verhalten, dass Sie ihrem Ziel treu bleiben (neue Lernerfahrungen machen, alte Handlungsmuster bewusst durchbrechen).



In der Ruhe liegt die Kraft


Bedenken Sie bei alle dem: Rom wurde auch nicht in einem Tag erbaut. Verhaltensweisen, die wir jahrelang automatisiert und verinnerlicht haben, können nicht innerhalb von einigen Tagen verändert werden. Probieren Sie doch mal, einige monatelang jeweils nach 30 Tagen eine Bilanz zu ziehen (Erinnerung ins Handy speichern!). Was hat gut geklappt? Wo muss die Strategie oder der Zeitplan noch angepasst werden? Holen Sie sich Feedback von Menschen, die Sie gut kennen und teilen Sie ihr Vorhaben mit anderen. Unterstützung tut immer gut.

Übrigens: Eine Änderung des eigenen Verhaltens ist mit ganz schön viel Willenskraft verbunden. Wussten Sie, dass jeder Mensch ein individuell großes „Willenskraft-Konto“ hat? Manche Menschen verfügen einfach über ein größeres Konto als andere. Willenskraft ist jedoch bei uns allen endlich. Je mehr Anforderungen, zum Beispiel im Beruf oder in der Familie, an uns gestellt werden, desto schneller leert sich dieses Konto. Pausen, Entspannung und Ruhe füllen das Konto wieder auf. Das eigene Verhalten zu verändern gelingt vor allem dann, wenn das Willenskraft- Konto stets gefüllt ist. Wenn Sie also bereits wissen, dass die kommenden Wochen überdurchschnittlich beanspruchend werden, vertagen Sie den guten Vorsatz lieber auf eine ruhigere Phase im Jahr – um Ihre Ziele dann umso erfolgreicher erreichen zu können.


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