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25.07.2014 | .
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Hochwasser. In Riesa.
Wir möchten uns hiermit noch einmal bei allen Bügerinnen und Bürgern bedanken, die während und nach der Flut in unserer Stadt Hilfe geleistet haben. Ein Fazit der Oberbürgermeisterin sowie Impressionen, Informationen, Anträge, etc. finden Sie auf dieser Seite.

Flutbericht

Flutbericht der Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer vor
dem Stadtrat am 10.07.2013


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal die Katastrophentage im Juni beschreiben. Sie haben das Hochwassergeschehen verfolgt, auch dank einer effizienten Zusammenarbeit mit den Medien, die für schnelle und hilfreiche Informationen gesorgt haben. Vielmehr ist es mir ein Bedürfnis, mich stellvertretend für die vielen, oft ungenannt bleibenden Helfer zu bedanken. Herr Amtsleiter Beckel und der Chef unserer Feuerwehr, Herr Rohloff, hatten mit einer bewundernswerten Ruhe und  einem Pragmatismus, der auf langer Erfahrung beruht, die Organisation des Katastrophenstabes im Griff. Die akribische Aufarbeitung der Ereignisse 2002, die Erstellung abrufbarer Handlungsmaximen bei jedem prognostizierten Wasserstand ermöglichten ein systematisches, vorausschauendes Arbeiten mit allen Partnern. Allerdings ist mir verborgen geblieben, wann die beiden geschlafen haben in diesen zwei Wochen.

In dieser Situation zahlt es sich aus, wenn der Kontakt zur Polizei zu jeder Zeit gepflegt wird und sich in der Zusammenarbeit mit Hermann Braunger und seinen Kollegen ein blindes Verstehen entwickelt hat. Hermann Braunger ist es nicht nur gelungen, in einer durch die Elbe geteilten Region für Sicherheit und Vertrauen zu sorgen, sondern er hat auch bei der 748. Frage nach der Öffnung der Brücke die Ruhe bewahrt. Das Gefühl, sich in der Notsituation bedingungslos aufeinander verlassen zu können, betrifft die Zusammenarbeit mit unserer Polizei genauso wie die Arbeit mit den Stadtwerken Riesa, der egr Riesa, der Wasserversorgung Riesa Großenhain, unserem Bauamt, der AGV und der FVG Riesa.

Was es bedeutet, kompetente Stadtwerke vor Ort zu haben und nicht nur einen anonymen Energieversorger, den man nur übers Netz kennt, haben alle zu spüren bekommen, die erlebt haben, dass Stromabschaltungen erst dann erfolgen, wenn es dringend notwendig ist, dass selbstverständlich Stromaggregate kostenlos zur Verfügung stehen und auch das Wiederherstellen der Stromversorgung akribisch überwacht wird. In der Flutzeit den Wasserhahn aufzudrehen und selbstverständlich sauberes Wasser zu haben, ich weiß nicht wer in dieser Zeit darüber nachgedacht hat. Trotz der Abschaltung des Riesaer Wasserwerkes war die Versorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Den Mitarbeitern in unserem Klärwerk ist es  mit Hilfe der Feuerwehr und des THW gelungen, den Betrieb trotz dramatischer Bedingungen aufrecht zu halten. Auch das ging nur mit einem 24 Stunden Einsatz. Was es bedeutet, bei schon bestehenden Baustellen und notwendigen Straßensperren – und erst recht nach der Sperrung der Brücke - die Verkehrslogistik zu organisieren, weiß nur Herr Nagel mit seinem Team.

Der erste Anruf des Katastrophenstabes des Landkreises mit der Bitte 150 Bundeswehrsoldaten unterzubringen, die mit eigenem Versorgungszug anreisen sollten, war kein Problem. Die Mitarbeiter der FVG haben die Arena fit gemacht für die Aufnahme. Als am anderen Morgen nicht 150 sondern 300 Soldaten vor der Tür standen und nur der Versorgungszug nicht dabei war - immer noch kein Problem. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Canitz rückten mit Ihren Kochmaschinen an, kauften die Supermärkte leer und schafften es auch zwei Tage später, als es 800 Soldaten waren, die neben den Mahlzeiten auch noch täglich 500 Liter Kaffee tranken. Nicht nur dadurch wurde wohl jedem noch einmal vor Augen geführt, was unsere Feuerwehrkameraden geleistet haben. Allein 148 Einsätze wurden absolviert, 125.000 Sandsäcke gefüllt und verbaut, Menschen evakuiert, der Schichtdienst von Klärwerk und Wasserwerk abgesichert, Tiere gerettet, gepumpt, gepumpt und gepumpt .

Wir hatten den Anspruch, Tag und Nacht für die Fragen der Menschen nach Informationen  - Wo gibt es Sandsäcke? Wo kann ich helfen? Wann öffnet die Brücke? - zur Verfügung zu stehen. Es tat den Mitarbeitern, die geduldig im 24-Stunden-Dienst diese Arbeit geleistet haben, sehr gut, dass es dafür anerkennende Worte gab. Ebenfalls für den Informationsdienst auf unserer Internetseite, der Tag und Nacht aktualisiert wurde.

Das Wiederaufbauprogramm wird schnell und effizient vorbereitet. Nach den abgeschlossenen Ersthilfen und der Müllberäumung  stehen die genauen Prüfungen an, in welcher Weise zerstörte Infrastruktur wieder hergestellt wird. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir bei weiteren Großwetterlagen mit einer schnelleren Folge mit Elbehochwassern rechnen müssen. Auch das muss in die Köpfe und die Überlegungen einfließen. Allein die Müllentsorgung der Gartensparte „Am Reiter“ hat 100.000 Euro gekostet. Der Abfallzweckverband hat einen Riesenjob gemacht, das weiß jeder, der die Müllberge gesehen hat.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dort Dinge gelandet sind, die nie einen Tropfen Wasser gesehen haben; dass einige nicht einmal die Bitte um Mülltrennung, z.B. der elektrischen Geräte, nachgekommen sind und dass plötzlich niemand mehr da war, als es ums Aufladen ging. Ich habe den Gartenvorständen dringend empfohlen, für kommende Hochwasser Rücklagen zu bilden, wenn die Gärten im Überflutungsgebiet wieder aufgebaut werden. Hier ist in Zukunft Eigenverantwortung gefragt. Die genauen Kosten für die gesamte Stadt Riesa sind noch nicht zu beziffern, nicht zuletzt durch die kriminelle Aktion an der Gartensparte „Amselgrund“, als Unbekannte die Arbeit der Feuerwehr wieder zunichte gemacht haben. Die Summe wird jedoch im Bereich von 900.000 Euro liegen.

Politisch halte ich es für dringend notwendig, das Projekt der Straßenveränderung auf der anderen Elbseite voranzutreiben, der Verkehrskollaps hat dem Handel, den klein- und mittelständischen Unternehmen in nicht berechenbarer Größenordnung geschadet. Die Landestalsperrenverwaltung hält an den Plänen der Umsetzung des Hochwasserschutzes in Gröba fest, die ersten Arbeiten werden im Herbst erfolgen.

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, sehr geehrte Gäste, es bleibt mir, den Dank auszusprechen an alle freiwilligen Helfer, an alle, die für die Hochwasseropfer gespendet haben oder sich  um Benefizveranstaltungen gekümmert haben, wie zum Beispiel Herr Koß oder Herr Hähnichen.

Impressionen

Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
Hochwasser 2013
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